Loch 18 • Par 5 • 502/442 m

Golfclub Johannesthal: Alles auf einen Blick!

Der Golfclub Johannesthal im malerischen Kraichgau bietet potenziellen Neumitgliedern ein so extravagantes Einstiegspaket an, das selbst der Weihnachtsmann nicht toppen kann

Clubstory Johannesthal.

Blick auf Bahn 6 des GC Johannesthal.

Der im Ländle zwischen den Landkreisen Pforzheim und Karlsruhe wohnt, unseren wunderbaren Sport (zumindest) schon einmal gedanklich an sich herangelassen hat und so heiß auf Golf ist wie Kids auf den Heiligen Abend, der kann und darf sich dem Golfclub Johannesthal nicht mehr verschließen. Hier, auf der weitläufigen 18-Löcher-Parkland-Anlage im Herzen des beschaulichen Kraichgauer Hügellandes, bekommt man als Dreimonats-Schnuppermitglied fast alles geboten. Für 499 Euro gibt es eine Markengolfausrüstung (Holz 3, Eisen 5, 7, 9, Sandwedge, Putter, Bag, Handschuh, drei Bälle), sechs Einheiten Einzelunterricht (je 30 Minuten) beim PGA-Pro und 850 Übungsbälle auf der Range das ist doch fast geschenkt! Zum Paket gehört, neben den Teilnahmen an Regelseminaren und einem Anfängerturnier, die Absolvierung der DGV-Platzreife sowie ein uneingeschränktes Spielrecht von drei Monaten vorausgesetzt, man besteht die Prüfung!

Das Angebot zieht! Über 1.000 Mitglieder konnte der GC Johannesthal so für sich bereits gewinnen. Immer am ersten Wochenende im Mai, am Tag der Offenen Tür, wird das Lockangebot an und unter die Leute gebracht. Jährlich nutzen dies etwa 100 Schnupperer. Davon wechseln später rund 80 Prozent in eine richtige Mitgliedschaft, verrät Geschäftsführer Werner Schaffner in breitem Schwäbisch.

Doch kennzeichnen den Club rund 45 Autominuten nordwestlich der Landeshauptstadt Stuttgart weit mehr als nur gute Marketingmaßnahmen. Der offene Parklandkurs ist in einem beeindruckenden Pflegezustand, als ich mich im August auf die mit vielen Schräglagen versehenen, leicht hügeligen 18 Löcher mache. Die Cuts sind scharf wie Rasierklingen, die Grüns treuer als Hundeblicke. Das Beste: Es gibt kaum Rough, überwiegend breite drive(r)-freundliche Landezonen und federnde Fairways, die schon beim bloßen Auftreten Lust auf den nächsten Schlag machen.

Mich begleitet an diesem sommerlichen August-Tag Lars (35, Hcp 10), ortsansässiges Mitglied und Freund der einheimischen Küche. Statt Stullen hat sich der badische Genießer Maultaschen (traditionell werden die Nudelteigtaschen angebraten oder in Brühe serviert) eingeschweißt und als Proviant ins Bag gepackt. Der Driver ist hier Pflicht, nuschelt er mit vollem Mund und Karlsruher Akzent, während ihm beim Blick in mein hölzer-loses Bag fast ein Bissen seiner Maultasche im Hals stecken bleibt.

Lars ist materialbesessen, bunkert zahlreiche Eisensätze bei sich zu Hause. Meine Wedges findet er so gut, dass er sie mir noch auf der Runde abkaufen möchte.

Keine Chance, sage ich ihm, während ich meinen Ball an der 4, dem Signature-Loch, auf dem Inselgrün platziere. 4, 7 und 18 sind aus meiner Sicht die Leckerbissen im Johannesthal. Den schönsten Blick hat man vom 18. Grün. Von hier kann man die gesamte Anlage überblicken (siehe Aufmacherfoto auf den vorhergehenden Seiten). Bei gutem Wetter haben wir eine tolle Fernsicht, meint Schaffner.