Wyndham Clark holt 2. U.S.-Open-Titel
Wer hätte es gedacht? Tatsächlich machte Wyndham Clark die letzte Runde der U.S. Open noch einmal richtig spannend. Eigentlich ging der 32-Jährige mit einem komfortablen Sechs-Schläge-Vorsprung an den Start, doch die schwierigen Bedingungen des Shinnecock Golf Club zwangen schließlich auch den Gewinner von 2023, Clark, zu einigen Bogeys.
Sam Burns, der nächste Konkurrent von Clark, spielte sich am Sonntag in einen guten Flow, legte Ball nach Ball an die Fahne und notierte letztlich eine 67 – was jedoch nicht für ein Playoff reichen sollte. Mehrmals schrammten Putts des Ryder-Cup-Stars nur Millimeter am Loch vorbei. Der 29-Jährige sucht damit weiter nach seinem ersten Majorsieg.
Clark ging mit dem Weltranglistenersten Scottie Scheffler in die Schlussrunde. Hörbar war Scheffler in New York der Publikumsliebling, der schaffte es jedoch nicht mehr, an Clark heranzukommen, und muss damit weiter auf seinen Grand Slam warten. Durch seinen vierten Platz setzte er eine sensationelle Major-Bilanz fort: In 20 seiner letzten 26 Major-Teilnahmen belegte Scheffler eine Top-10-Platzierung.
Die Beliebtheit von Clark litt unter dem Ausraster bei der U.S. Open im letzten Jahr, als er frustriert einen Spind in der Umkleide demolierte. Laut mehreren Medienberichten wurden einige Fans des Golfclubs verwiesen, weil sie unangemessene Dinge in Richtung des zweifachen Champions riefen. Der ließ sich davon allerdings nicht allzu sehr beeindrucken.
Shinnecock lässt verzweifeln
Shinnecock Hills brachte bereits so manche furchteinflößende Golfstatistik ans Licht. Vor der diesjährigen U.S. Open hatten es nur drei der 654 Spieler geschafft, das Turnier unter Par zu beenden (2004: Retief Goosen mit −4, Phil Mickelson; 1986: Raymond Floyd mit −1). Die Liste wird auch dieses mal lediglich um drei Spieler erweitert: Mit Wyndham Clark, Sam Burns und dem Südkoreaner Tom Kim.
Und auch in diesem Jahr trieb der Kurs die Teilnehmer zur Verzweiflung. Schlägerwürfe und verbale Entgleisungen waren keine Seltenheit. Der Chilene Joaquín Niemann, der bei LIV Golf seit geraumer Zeit das Maß aller Dinge ist, kann bei Major-Turnieren sein volles Potenzial noch nicht abrufen. Ein Schlägerwurf am Freitag wurde von der USGA mit zwei Strafschlägen geahndet. Niemann notierte eine 11 und schaffte es mit einer 65 am Freitag dennoch in den Cut. Am Ende wurde es sogar der geteilte siebte Platz.
Auch Jon Rahm war höchst unzufrieden mit seiner Leistung und ließ dem Frust freien Lauf. Ganz nach dem Motto der Weltmeisterschaft kickte der Baske seinen Driver nach einem verzogenen Abschlag über den Rasen. Er kam ohne eine Strafe davon, verpasste allerdings trotzdem den Einzug ins Wochenende.
DeChambeau verpasst nächsten Major-Cut
Drei von drei. Das ist die magere Major-Bilanz des zweifachen U.S.-Open-Siegers Bryson DeChambeau in diesem Jahr. Sowohl beim Masters als auch bei der PGA Championship und der U.S. Open gelang dem Long-Hitter nicht der Sprung ins Wochenende. Das ist umso erstaunlicher, als er es in den beiden Jahren zuvor insgesamt sechsmal in die Top 10 geschafft hatte.
Aufmerksamkeit erregte DeChambeau einmal mehr mit seiner Schlaglänge. Mit seinem neuen, personalisierten Qi4D-Prototypen von TaylorMade setzte er den Maßstab. Sein erster Drive des Turniers blieb bei sagenhaften 427 Yards (390 Meter) liegen. Dass die Straße durch die zwölfte Spielbahn dabei half, schmälert die Beeindruckung dieses Schlages nur wenig.
Schmid verzagt an Shinnecock
Für den einzigen deutschen Profi im Feld lief es bei der U.S. Open auf Long Island alles andere als ideal. Zwei Runden mit jeweils 77 Schlägen auf dem Par-70-Kurs katapultierten den Regensburger Matti Schmid auf die letzte Seite des Leaderboards. Es war Schmids zweite Teilnahme an der U.S. Open nach 2021 – auch damals hatte er den Cut verpasst.
Für Sepp Straka verlief die U.S. Open zwar nicht ganz so dramatisch, doch auch der Österreicher verpasste mit sieben Schlägen über Par den Cut.
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