Neuanfang für LIV Golf
Für LIV Golf neigt sich ein turbulentes Jahr dem Ende. Noch im vergangenen Monat kursierten Nachrichten, dass Mitarbeitende ihre „30-Day-Notice“ erhalten haben, die Team Championship wohl nicht stattfinden wird und Top-Stars weiterhin auf ausstehende Zahlungen von insgesamt 250 Millionen US-Dollar warten. Nun gab CEO Scott O’Neil bekannt, dass das Fortbestehen der Liga gesichert sei.
Vor dem Turnier im Trump National Golf Club in Bedminster, New Jersey, brodelte die Gerüchteküche noch einmal kräftig. Denn viele Fragen zur nahen und fernen Zukunft – und zum generellen Fortbestehen des Großprojekts – waren weitgehend unbeantwortet. Im offiziellen Statement vom Dienstagnachmittag heißt es nun:
»LIV Golf hat mit einem Leitinvestor eine Vereinbarung getroffen, die vom Investor unterzeichnet und vom Board genehmigt wurde. Sie soll die Transaktion verankern und eine Schlüsselrolle dabei spielen, den Weg in die nächste Ära der Liga zu ebnen – angetrieben von und für die Spieler. Zudem verzeichnen wir starkes Interesse von mehr als einem Dutzend weiterer Parteien, die sich potenziell als Minderheitsinvestoren beteiligen möchten, wodurch ein Multi-Partner-Modell für langfristige Stabilität und Wachstum entsteht.« so O’Neil.
Eine erfreuliche Nachricht für alle Fans – und vor allem für die Pros, die auf ihrem Weg zurück zu den etablierten Touren sonst wohl das eine oder andere Hindernis hätten überwinden müssen.
BC Partners neuer LIV-Investor
Der Name des potenziellen Investors wurde mittlerweile genannt: Das in London ansässige Private-Equity-Unternehmen BC Partners soll der neue Geldgeber werden. Der Co-Founder und Chef des Unternehmens, Ted Goldthorpe, wurde beim LIV-Turnier des vergangenen Wochenendes gesichtet. Weltweit verwaltet BC Partners mehr als 10 Milliarden US-Dollar und ist an mehr als 300 Investments beteiligt.
Eine der auffälligsten Passagen des Statements O’Neils ist sicherlich jene, die auch den Spielern der Liga eine gewisse Eigentümerschaft verspricht. So könnten die ausstehenden Summen clever ins System eingebracht werden.
»Bemerkenswert ist, dass unser nächstes Kapitel die Spieler zu Mehrheitseigentümern von LIV Golf machen wird – ein Novum für eine große globale Sportliga – und der Liga damit die Grundlage gibt, das Spiel weltweit weiter auszubauen. Wir gehen davon aus, die Konditionen in den kommenden Wochen abzuschließen, mit dem Ziel, im September in die Transaktion einzutreten. In der Zwischenzeit liegt unser Fokus darauf, Fans und Spielern in Bedminster eine großartige Woche zu bieten und die Saison 2026 stark zu beenden.« heißt es im Statement weiter.
Beteiligung mit Eigenkapital
Bereits vor Wochen sollen Spieler Angebote zur Beteiligung am Unternehmen in Form eines nicht bindenden Dokuments erhalten haben. Viele hatten diese jedoch noch nicht zurückgeschickt. Über einen möglichen Ausstieg einiger Stars wird deshalb erneut spekuliert.
Von mehreren Spielern ist bereits bekannt, dass sie ihr Können bei der Q-School für die DP World Tour-Saison 2027 unter Beweis stellen werden. Darunter befinden sich auch das spanische Nachwuchstalent Josele Ballester und der Belgier Thomas Pieters.
LIV Kalender 2027
Konkrete Pläne gab es zumindest schon für den Terminkalender: So sollen es für die kommende Saison nur noch zehn Turniere sein, wovon fünf auf US-amerikanischem Boden ausgetragen werden. Die weiteren fünf verteilen sich auf die übrigen Kontinente.
Der große Erfolg des Turniers in Australien sowie der Krieg im Iran sprechen dafür, dass dort erneut gespielt wird beziehungsweise das saudi-arabische Turnier gestrichen wird.
Außerdem sollen die Spieler ihre NIL-Rechte* zurückerhalten. Bei Einladungen zu anderen Touren und Turnieren soll ihnen zudem ein leichterer Weg garantiert werden.
*Anmerk. der Redaktion: NIL steht für Name, Image und Likeness. Es bezieht sich auf das Recht eines Sportlers, von seiner persönlichen Marke zu profitieren und Geld mit seinem Namen, Aussehen oder seiner Identität zu verdienen.
Team Championship in Gefahr
Zur anstehenden Team Championship in Michigan äußerte sich der LIV-CEO hingegen noch nicht. Martin Kaymer bezifferte die Chancen, dass das Turnier tatsächlich in Michigan stattfindet, zuletzt auf gerade einmal 5 Prozent: »Michigan, highly unlikely.«
Und tatsächlich ist vor Ort auch noch keine Infrastruktur aufgebaut, die für ein Golfturnier von Nöten wäre. Die Detroit News berichtet: »Bis Mittwochabend gab es am The Cardinal at Saint John’s Resort keinerlei Infrastruktur-Aufbau. Ein Reporter der Detroit News entdeckte weder Hospitality-Suiten am 18. Loch noch eine Bühne für die Konzerte nach der Runde und die Championship-Feier, keine Spielerbrücke über den markanten Teich, keine sichtbare Beschilderung – nichts, was darauf hindeutet, dass hier in fünf Wochen, ab Donnerstag, ein bedeutendes Golfturnier stattfinden soll.«
Realistisch erscheint daher nur, dass das Abschluss-Event der Saison an einem anderen Standort ausgetragen wird.
Im weiteren Verlauf der Woche sind weitere Updates zur Zukunf von LIV zu erwarten. Wir halten sie hier auf dem Laufenden.
Zur Website von LIV gehts hier.
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