Sport

Die nächste deutsche Open-Überraschung

Nach Tim Wiedemeyer wird ein weiteres deutsches Talent bei der The Open in Royal Birkdale auf der großen Major-Bühne antreten. Tiger Christensen nutzte seine Chance beim Final Qualifier – und das nicht zum ersten Mal.

Getty

Erneut Open-Teilnehmer: Tiger Christensen
Erneut Open-Teilnehmer: Tiger Christensen (Archivbild)

Lange Zeit sah es danach aus, als würde kein Deutscher bei der The Open in Royal Birkdale dabei sein. Nun konnten sich innerhalb weniger Tage gleich zwei deutsche Spieler ihren Platz im Feld des traditionsreichen Majors sichern.

Tiger Christensen hatte sein Glück über das Qualifikationsturnier in West Lancashire versucht. Und das mit guten Erinnerungen: Bereits 2023 war dem Hamburger, der aktuell auf der HotelPlanner Tour abschlägt, am selben Ort der Sprung ins Major-Feld gelungen.

Christensen konnte diese prägende Erfahrung in erstklassiges Golf umwandeln. Nach Runden von 65 und 70 Schlägen bei wechselhaften Bedingungen im Südwesten Englands stand fest: Der 22-Jährige darf erneut auf der großen Bühne antreten.

Entweder geht man glücklich nach Hause oder mit gebrochenem Herzen.

„Es war ein verrückter Golftag“, kommentierte er bei bunkered.co.uk. „Das ist mental der härteste Test. Der Tag ist unglaublich lang. Man versucht, seine Gedanken im Griff zu behalten, und am Ende des Tages kommt man rein und hat es entweder geschafft oder nicht. Entweder geht man glücklich nach Hause oder mit gebrochenem Herzen.“

2023 hatte Christensen mit einem Gesamtergebnis von +9 den Cut in Royal Liverpool verpasst. „Es wird spannend sein, ein zweites Mal dabei zu sein“, erklärte er weiter. „Ich erinnere mich, dass mir damals alles riesig, groß und unglaublich vorkam, und ich werde dieses Jahr bei der Vorbereitung wahrscheinlich einiges anders machen, was die Trainingsrunden angeht.“

Tiger Christensen bei der Open 2023 in Royal Liverpool
Tiger Christensen bei der Open 2023 in Royal Liverpool

Unter den weiteren Qualifikanten bei den insgesamt vier Final-Qualifier-Turnieren waren unter anderem Caleb Surratt, Matthew Baldwin, Peter Uihlein und Josele Ballester.

Nicht qualifizieren konnten sich unter anderem Sergio Garcia, Marc Leishman, Ollie Schniederjans, Anirban Lahiri, Thriston Lawrence und Robert Rock.

Wiedemeyer darf als EM-Sieger ran

Zuvor hatte sich auch Tim Wiedemeyer qualifiziert. Der 21-Jährige vom GC St. Leon-Rot hat sich als dritter Deutscher nach Stephan Gross (2008) und Matti Schmid (2019 und 2020) den Sieg bei der European Amateur gesichert. Die angenehme Folge: Die Teilnahme am Linksgolf-Major als Lohn für den prestigträchtigen Amateurtitel. Für den College-Golfer von der Texas Tech University wird es der erste Start bei einem der ganz großen Turniere sein.

„Es ist ein Traum, der wahr wird, bei einem Major-Turnier zu spielen“, sagte Wiedemeyer. „Ich werde einfach versuchen, so viel wie möglich zu lernen, und was auch immer dort passiert, passiert eben.“