Sport

Presidents Cup 2026: Außenseiter mit Chance

Zum 16. Mal wird 2026 der Presidents Cup ausgetragen – und die Bilanz ist eindeutig: Nur ein einziges Mal, 1998, musste sich Team USA dem Internationalen Team geschlagen geben, 2003 endete die Begegnung remis. Auch in diesem Jahr gehen die US-Boys wieder als klarer Favorit ins Rennen. Doch der Außenseiter rechnet sich durchaus Chancen aus.

Getty

CHICAGO, ILLINOIS - SEPTEMBER 21: A general view of the ninth hole pin flag prior to the Presidents Cup at Medinah Country Club Course No. 3 on September 21, 2026 in Chicago, Illinois. (Photo by Ben Jared/PGA TOUR via Getty Images)
Pin des 9. Grüns beim Presidents Cup 2026

Ein Blick auf die Weltrangliste des Herrengolfs bestätigt: Die US-Boys sind auch dieses Mal die klaren Favoriten beim Presidents Cup. Die Nummern 1, 3, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 20, 25, 28 und 57 der Liste treten gegen die Nummern 14, 22, 27, 30, 31, 45, 55, 60, 61, 67, 85 und 104 an – ein auffallend deutlicher Unterschied, der die Frage aufkommen lässt, ob der Vergleich der Teams in dieser Form überhaupt sinnvoll ist. Neue Formate stehen zwar noch nicht in der öffentlichen Diskussion, jedoch liegt es bei den Ergebnissen auf der Hand den Presidents Cup in derzeitiger Form in Frage zu stellen.

Bitter für das Internationale Team ist zudem, dass LIV-Profis, die den Kader spürbar verstärken würden, nicht teilnahmeberechtigt sind. Im vergleich zum Ryder Cup gibt es hier keine Ausnahme: Spieler wie Joaquin Niemann, Byeong Hun An, Carlos Ortiz, Cam Smith oder Lucas Herbert dürfen auch diesmal nicht beim Team-Wettbewerb antreten.

Ryder Cup ≠ Presidents Cup

Und dennoch: Das Internationale Team unter Captain Geoff Ogilvy (AUS) rechnet sich durchaus Chancen aus – zumal es für die US-Amerikaner in Team-Wettbewerben, zumindest im Ryder Cup, seit den 2000er-Jahren eher bergab geht. Nur drei der letzten zwölf Kontinentalvergleiche gingen an die Amerikaner.

Auch beim Team USA hätten durchaus noch andere Kaliber an den Start gehen können. Da wäre etwa der jüngste Sieger von Wentworth, J.J. Spaun – erst am Wochenende Sieger der BMW PGA Championship nahe London –, der auch in der Weltrangliste weit vor dem nominierten Jungtalent Jackson Koivun liegt. Und auch hier fehlen LIV-Stars wie Bryson DeChambeau im Aufgebot, die das Team nochmals qualitativ bereichert hätten.

Fest steht: An der Favoritenrolle der US-Boys kann nicht gerüttelt werden. Die Internationalen werden jedoch alles daransetzen, die Truppe aus den besten Individualgolfern der Welt zum Schwanken zu bringen, und es den Europäern gleichzutun. Ein Sieg der Internationalen würde die Legitimation des Cups wiederherstellen. Das scheint jedoch einem Wunder gleichzukommen. Die Buchmacher geben den US-Amerikanern eine Quote von 1,25. Den Internationalen 4,50.

Die Teams

Die Teams beim Presidents Cup werden nach einem ähnlichen Prinzip zusammengestellt wie beim Ryder Cup. Während bei Team USA der FedEx Cup als Grundlage für die Qualifikation dient, ist es beim Internationalen Team die Weltrangliste. Die besten sechs jeder Liste qualifizieren sich automatisch für einen Platz. Die übrigen sechs Plätze bestimmen die Captains – Brandt Snedeker für die USA und Geoff Ogilvy für Team International – per Wildcard.

Team International

Das Team von Geoff Ogilvy besteht 2026 aus:

Geoff Ogilvy 2021
Geoff Ogilvy 2021
  • Si Woo Kim (KOR)
  • Hideki Matsuyama (JPN)
  • Ryan Fox (NZL)
  • Tom Kim (KOR)
  • Min Woo Lee (AUS)
  • Adam Scott (AUS)
  • Sungjae Im (KOR)
  • Nico Echavarria (COL)
  • Corey Conners (CAN)
  • Nick Taylor (CAN)
  • Christiaan Bezuidenhout (RSA)
  • Ryo Hisatsune (JPN)

Team USA

Das Team von Brandt Snedeker besteht 2026 aus:

HONOLULU, HI - JANUARY 16: Brandt Snedeker holds up his ball after putting on the third green during the third round of the Sony Open In Hawaii at Waialae Country Club on January 16, 2016 in Honolulu, Hawaii. (Photo by Tom Pennington/Getty Images)
Brandt Snedeker bei der Sony Open in Hawaii 2016
  • Scottie Scheffler
  • Cameron Young
  • Wyndham Clark
  • Sam Burns
  • Russell Henley
  • Collin Morikawa
  • Chris Gotterup
  • Justin Thomas
  • Xander Schauffele
  • Patrick Cantlay
  • Jackson Koivun
  • Jacob Bridgeman

Das Format des Presidents Cup

Der Presidents Cup wird über vier Tage im Matchplay-Wettbewerb und über 30 Matches, ausgetragen. Anders als beim Ryder Cup beginnt der Presidents Cup bereits am Donnerstag der Turnierwoche. Das Team, das nach vier Wettkampftagen die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt den Presidents Cup.

  • Donnerstag: Fünf Matches insgesamt, Four-Ball (Best Ball) oder Foursomes (Alternate Shot)
  • Freitag: Fünf Matches insgesamt, Foursomes oder Four-Ball (jeweils das Gegenteil des Donnerstagsformats)
  • Samstag: Acht Matches insgesamt, Four-Ball und Foursomes aufgeteilt auf Vormittag und Nachmittag
  • Sonntag: Zwölf Matches insgesamt, Einzel

Wunder-Wiederholung?

Der diesjährige Austragungsort ist der Medinah Country Club in Chicago, Illinois. Fünf Major-Turniere der Herren und ein Ryder Cup (Das Wunder von Medinah) fanden hier bereits statt. Ausgespielt wird der Presidents Cup vom 24. bis 27. September 2026.

Martin Kaymer of Germany raises his hands in victory after sinking his putt on the 18th green to retain the Ryder Cup for the Europeans during the Singles Matches on the final day of play for the 39th Ryder Cup at Medinah Country Golf Club on September 30, 2012 in Medinah, Illinois. Europe produced the greatest comeback in Ryder Cup history to reel in the United States and retain the trophy. AFP PHOTO/Jim WATSON (Photo credit should read JIM WATSON/AFP/GettyImages)
Martin Kaymer nach dem Putt zum Sieg beim Ryder Cup 2012

TV-Übertragung des Presidents Cup

Zum ersten Mal wird der Presidents Cup auf Magenta übertragen. Folgende Uhrzeiten sind eingeplant:

  • Donnerstag ab 18:30 Uhr.
  • Freitag ab 20:00 Uhr.
  • Samstag ab 14:00 Uhr.
  • Sonntag ab 18:00 Uhr.

Zur offiziellen Website des Presidents Cup.