Golfclub Osnabrück: Alter Club, neuer Schwung

Aufmacher

Der Golfclub Osnabrück ist mit seinen knapp 60 Jahren einer der ältesten Clubs Niedersachsens und gehört seit mehreren Jahren zu den „Leading Golf Courses of Germany“. Eine stets ausgezeichnete Platzqualität wie auch der Servicegedanke, Gastfreundschaft und ein familiäres Clubleben stehen im OGC im Mittelpunkt. Die Brücke zwischen Tradition und Moderne schlägt der Verein dabei mühelos und mit großem Engagement.

Beim Namen Osnabrück dürften nur wenige Golfspieler an hochklassige Golfplätze englischen Einschlags denken. Doch genau so ein Platz lässt sich nur wenige Autominuten vom Osnabrücker Stadtzentrum entfernt in Bissendorf finden. Gegründet 1955, zu Zeiten, die später als Wirtschaftswunder in die Geschichte eingingen, ist der Golfclub Osnabrück der älteste Golfclub im Raum Osnabrück.

30 Golffans gründeten den Golfclub Osnabrück

In Bremen und Hannover spielte man damals schon Golf und so kam es, dass eine Gruppe von 30 Golfinteressierten mit Unternehmergeist beschloss, die schönste Nebensache der Welt auch im Osnabrücker Land zu etablieren. Auf der Anhöhe des Wellinger Berges fand man ein geeignetes Grundstück für den Bau von zunächst neun Spielbahnen. 150.000 DM kostete der Grundstückskauf und der Platzbau, mit dessen Planung die renommierten Golfarchitekten H.E. Gärtner und der Engländer Frank Pennink beauftragt waren. Zweiterer zeichnet beispielsweise auch für Weltklasseplätze wie Noordwijkse in den Niederlanden oder Saunton West in England verantwortlich.

1957 wurden die ersten neun Löcher eröffnet. Es dauerte 26 Jahre, bis 1983 die Platzerweiterung auf 18 Löcher umgesetzt werden konnte, dieses Mal unter Anleitung von Christoph Städler (63), einem der viel beschäftigten Golfplatzarchitekten Deutschlands, der von Kindesbeinen an Mitglied im OGC ist und selbst Deutscher Meister der Altersklassen Jugend, Herren und Senioren war. Die Familie Städler ist seit jeher fest mit dem Osnabrücker Golf Club verbunden. Vater Peter Städler (94) trat im Jahr nach der Gründung ein und ist heute Ehrenmitglied, während Dr. Axel Städler (61) – der Bruder von Christoph – als Clubmanager die Geschicke des Vereins leitet. Der OGC ist ein klassischer, von den Mitgliedern geführter Verein.

Die Mitarbeit in den verschiedenen Ausschüssen ist Grundlage des Erfolgs. Zudem gehört der OGC zu den wenigen deutschen Vereinen, die Eigentümer ihrer Anlage sind und mithin nicht durch die Pacht des Geländes belastet werden. Das eingesparte Geld kann dadurch in die Platzpflege fließen. Und diese ist im OGC ein zertifiziertes Aushängeschild. Seit knapp zehn Jahren gehört der Club neben dem Hardenberg Golf Resort als eine von zwei Anlagen in Niedersachsen zu den Leading Golf Courses of Germany, einer Qualitäts- und Wertegemeinschaft, die sich einem strengen Bewertungsverfahren stellt.

Golfclub Osnabrück: ein klassischer Parkland-Kurs

Dabei finden im sogenannten Mystery-Testverfahren jährlich neun unangekündigte Besuche von unabhängigen Testern bei den Leading Courses und den Anwärteranlagen statt. Bewertet werden neben den Platzeigenschaften auch die Bereiche Sekretariat, Gastronomie, Garderoben, Proshop und Serviceleistungen. Anhand der Testergebnisse lassen sich Stärken-Schwächen-Profile erarbeiten und die erkannten Verbesserungspotentiale können gezielt angegangen werden.

„Ein anonymes Ratingverfahren mit neutralem Blick von außen ist unglaublich hilfreich. Wir wollten an unseren Schwächen arbeiten, professioneller werden, das Beste aus unseren Möglichkeiten rausholen und diese Qualität mit einem Siegel nach außen signalisieren; das ist uns durch die Mitgliedschaft bei den LGCG gelungen“, berichtet Clubmanager Dr. Axel Städler. „Es gibt jedoch auch Punkte, die sich nicht verbessern lassen, einige Schwächen muss man akzeptieren. Gerade die alten Traditionsclubs sind vom Platzangebot oftmals limitiert. Da gibt es einfach keine Möglichkeit in die Umkleiden 20 Duschen zu bauen oder den Golfplatz zu verlängern“, so Städler.

Besonders stolz sind die Osnabrücker darauf, den hohen Standard mit einem verhältnismäßig kleinen Budget erreicht zu haben. Man misst sich mit Clubs, die das Doppelte oder gar Dreifache an finanziellen Mitteln aufwenden können. Und trotzdem hält der OGC dem Vergleich stand. Unter der Leitung des erfahrenen Headgreenkeepers Dirk Sielschott sorgt die sechsköpfige Platzarbeitercrew mit neuesten Maschinen und modernen Pflegemethoden dafür, dass sich der Golfplatz stets in einem hervorragenden Zustand präsentiert.

Golfclub Osnabrück

Blick auf das Clubhaus im GC Osnabrück.

Der etwas schwere, feste Boden gehört dabei zu den Umständen, die es hinzunehmen gilt.
Der Platzcharakter der 18 Löcher im OGC lässt sich als klassischer Parkland-Kurs beschreiben, wobei besonders der schöne, alte Baumbestand herauszuheben ist. Mächtige Eichen und Buchen prägen das Bild. Sie hatten viele Jahre Zeit zu wachsen und ihre Baumkronen machen die Spielbahnen eng, sodass ein strategisch kluges Spiel erforderlich ist. Zudem bietet der Platz einige interessante Höhenunterschiede. Von Loch 4 (Par 5) – dem „Schauinsland“ – blickt man ungestört auf das idyllische Umland.

Jede Bahn mit eigenem Namen

Jede der 18 Spielbahnen im OGC wurde in einer Ausschreibung von kreativen Mitgliedern auf einen bezeichnenden Namen getauft. Ob „Bumerang“ (Loch 3), „Stuten Luise“ (11) oder die zum Clubhaus führende „Durststrecke“ (18), hinter jeder Bezeichnung steht eine Geschichte. So hat sich auf Bahn 5 – dem „Adlerhorst“ – zwar kein solcher niedergelassen, aber immerhin ein Roter Milan. Gerade diese intakte Naturkulisse mit großer Vogelvielfalt und zahlreichen Rehen wird von Mitgliedern und Gästen immer wieder als einer der Vorzüge der Anlage angegeben. Trotz der Nähe zur Stadt lässt sich im OGC in ab-geschiedener Ruhe die Natur genießen.

Als Signature-Hole ließe sich wohl am besten Bahn 9 („Eicheneck“, Par 5) bezeichnen. Es ist das jüngste Loch des Kurses und seine Existenz ist einem glücklichen Zufall zu verdanken. Als 2007 der Orkan „Kyrill“ über Deutschland fegte, schlug er auf dem Nachbargrundstück des OGC eine breite Schneise quer durch den Wald. Jahrelang hatte man zuvor vergeblich versucht, in den Besitz des Grundstücks zu kommen. An-gesichts der Sturmschäden gab der Eigentümer sein Land dann doch her. Und das Design der Bahn hatte Kyrill im Groben schon erledigt; drei majestätische Eichen blieben stehen und erschweren heute den Golfern den Abschlag. Ohnehin gibt es auf dem Platz des OGC keinen Stillstand.

Über die Jahre kamen Teiche und Bunker hinzu und einige Bahnen wurden verbreitert. Aus Roughs wurden Semi-Roughs, um die aus den immer größer gewordenen Bäumen resultierenden Schwierigkeiten auszugleichen. Zudem wurden die Übungsanlagen mit einer zweistöckigen Driving Range und einem neuen Kurzplatz verbessert.

Golfclub Osnabrück

Im Laufe der Jahre haben die Bäume im GC Osnabrück eine stattliche Größe erreicht und machen die Fairways eng.

Ein erfolgreicher Verein

Beim Training können die Mitglieder auf die Dienste der Teaching-Pros Peter Martin und Wolfgang Huget zurückgreifen. Beide sind nicht nur selbst exzellente Spieler – Huget spielte von 2002 bis 2003 auf der European Tour und mehrere Jahre auf der Challenge Tour –, sondern auch Ausbilder bei der PGA of Germany. Die Jugendarbeit ist im OGC besonders wichtig. 130 von knapp 1.000 Mitgliedern sind unter 27 Jahren. Ein Überalterungsproblem, wie in einigen anderen Traditionsclubs, gibt es hier nicht; die Altersstruktur der Mitglieder ist ausgewogen.

Die Jüngsten im Club werden spielerisch an den Golfsport herangeführt. Der Spaß steht hier im Vordergrund. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre können bei den Trainern im OGC das Jugend-Golfabzeichen in Bronze, Silber und Gold machen. Der Erhalt des goldenen Abzeichens beinhaltet die Platzerlaubnis für die Kinder, die dann selbständig auf dem Golfplatz spielen und an Turnieren teilnehmen dürfen. Die talentiertesten Junggolfer erhalten zudem eine besondere Förderung mit intensivem Training und kostenlosen Übungsbällen.

Und dieses Konzept geht auf. So hat der OGC schon mehrere Landesmeister hervorgebracht – zuletzt 2013 mit Lukas Gras, 16, HCP +1,7, Niedersachsenmeister der Herren – sowie eine junge Clubmannschaft, die in Niedersachsen vorne mitmischt. Der Osnabrücker Golf Club zeigt, dass Tradition und Fortschritt sich nicht ausschließen. In der familiären Atmosphäre des Vereins finden Mitglieder jeden Alters ihren Platz.