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Porsche Singapore Classic: Erster Titel für Rookie Svensson

Die Porsche Singapore Classic im Laguna National Golf Resort Club gewinnt der Schwede Jesper Svensson im Stechen am dritten Extraloch. Freddy Schott wird geteilter 16.

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Porsche

Jesper Svensson in Singapur
Jesper Svensson in Singapur

Es passiert selten, dass die Turnierdirektoren der DP World Tour (vorwiegend ältere Herren aus den traditionellen Golfnationen) ein Einsehen haben und ihren Protagonisten die Ausübung ihres Berufs in kurzen Hosen gestatten. In Singapur, bei der Premiere der Singapore Classic mit dem neuen Hauptsponsor Porsche, gab es grünes Licht für Shorts: Eine sinnvolle Entscheidung bei teilweise 35 Grad und einer ungewohnt hohen Luftfeuchtigkeit.

Die Profis kämpften auf dem anspruchsvollen Classic Course im Laguna National Golf Resort Club vier Tage mit dem Ball und gegen die Hitze. Unter fünf Stunden schaffte nahezu keine Gruppe an die Runde und eigentlich hätte man allen Anwesenden noch Ohropax mitgeben müssen. Die Anlage ist wenige Kilometer vom Flughafen entfernt und liegt direkt in der Verlängerung der Landebahn.

Gunst der Stunde

Die Störfaktoren hatten allerdings keinerlei Auswirkungen auf die Qualität bei der Porsche Singapore Classic. Jesper Svensson aus Schweden und Kiradech Aphibarnrat (Thailand) beendeten die vier Runden beide mit 17 unter Par. Der Thailänder kam ins Stechen mit einer fantastischen 64 und der Schwede sogar mit einer 63 (Einstellung des Platzrekords von Vorjahressieger Ockie Strydom und Andy Sullivan/Runde 2). Im Duell Mann gegen Mann fiel die Entscheidung auf Bahn 18 im dritten Durchgang. Rookie Svensson, dieses Jahr schon zweimal auf Rang zwei, jubelte und durfte seinen ersten Sieg auf der DP World Tour feiern.

Mit ihm als Champion setzt sich für den Hauptsponsor eine kleine Serie fort: Die Zugpferde stehen am Ende selten oben. Die Ausnahme war Paul Casey 2019. Die weiteren Gewinner heißen Thongchai Jaidee, Alexander Levy, Jordan Smith, Richard McEvoy, Marcus Armitage, Kalle Samooja, Tom McKibbin und 2024 Jesper Svensson.

Das machten die Stars der Tour

Paul Casey, Markenbotschafter von Porsche und beheimatet auf der LIV Golf Tour, spielte erstmals wieder auf der DP World Tour. Der Engländer, aus Zürich angereist, wurde guter Sechster. Eine richtig lange Anreise von einem Tag und 13 Stunden Zeitverschiebung hatten Matthieu Pavon (Frankreich) und Shane Lowry (Irland). Beide hatten vor dem Auftritt in Singapur bei der Players in Florida auf dem Platz gestanden. Pavon beendete das Turnier als Fünfter und Lowry ließ als 29. sein Können zu selten aufblitzen.

Lernprozess für Freddy Schott

Am Freitag, wenige Minuten nach dem Ende der zweiten Runde, dürfte Freddy Schott selbst ein wenig gestaunt haben. Der Deutsche lag erstmals in seiner Karriere in geteilter Führung. Was für eine feine Ausgangsbasis für das Wochenende. In der dritten Runde – bei 35 Grad – gab’s zweimal ordentlich auf die Mütze. Auf zwei Bahnen ging alles daneben, was daneben gehen konnte, 7 über. „Komplette Ausrutscher, einmal ein Vierputt und dann zweimal ins Wasser“, sagte der Betroffene. Das war schlichtweg brutal und bedeutete einen Absturz auf T38. Aus der Traum von einem Top-Resultat oder sogar dem Sieg. Seine fehlerlose vierte Runde mit 5 unter Par war bemerkenswert und zeigt: Der 22-Jährige kann Rückschläge verarbeiten und greift am nächsten Tag wieder an. Am Ende wurde es ein geteilter 16. Platz. »Ich gehe mit einem guten Gefühl aus der Woche. Bis auf die zwei Löcher am Samstag habe ich sehr gutes Golf gespielt. Jetzt geht es nach Indien und ich versuche Marcel Siems Titel (fällt wegen einer Hüftoperation aus, d. Red.) zu verteidigen“, so Schott. Freddy hat als einziger von sechs deutschen Pros den Cut in Singapur geschafft. Marcel Schneider und Max Kieffer verpassten den Sprung ins Wochenende um einen Schlag.

Freddy Schott in Singapur
Freddy Schott in Singapur