Ein Blick auf die Weltrangliste des Herrengolfs bestätigt: Die US-Boys sind auch dieses Mal die klaren Favoriten beim Presidents Cup. Die Nummern 1, 3, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 20, 25, 28 und 57 der Liste treten gegen die Nummern 14, 22, 27, 30, 31, 45, 55, 60, 61, 67, 85 und 104 an – ein auffallend deutlicher Unterschied, der die Frage aufkommen lässt, ob der Vergleich der Teams in dieser Form überhaupt sinnvoll ist. Neue Formate stehen zwar noch nicht in der öffentlichen Diskussion, jedoch liegt es bei den Ergebnissen auf der Hand den Presidents Cup in derzeitiger Form in Frage zu stellen.
Bitter für das Internationale Team ist zudem, dass LIV-Profis, die den Kader spürbar verstärken würden, nicht teilnahmeberechtigt sind. Im vergleich zum Ryder Cup gibt es hier keine Ausnahme: Spieler wie Joaquin Niemann, Byeong Hun An, Carlos Ortiz, Cam Smith oder Lucas Herbert dürfen auch diesmal nicht beim Team-Wettbewerb antreten.
Ryder Cup ≠ Presidents Cup
Und dennoch: Das Internationale Team unter Captain Geoff Ogilvy (AUS) rechnet sich durchaus Chancen aus – zumal es für die US-Amerikaner in Team-Wettbewerben, zumindest im Ryder Cup, seit den 2000er-Jahren eher bergab geht. Nur drei der letzten zwölf Kontinentalvergleiche gingen an die Amerikaner.
Auch beim Team USA hätten durchaus noch andere Kaliber an den Start gehen können. Da wäre etwa der jüngste Sieger von Wentworth, J.J. Spaun – erst am Wochenende Sieger der BMW PGA Championship nahe London –, der auch in der Weltrangliste weit vor dem nominierten Jungtalent Jackson Koivun liegt. Und auch hier fehlen LIV-Stars wie Bryson DeChambeau im Aufgebot, die das Team nochmals qualitativ bereichert hätten.
Fest steht: An der Favoritenrolle der US-Boys kann nicht gerüttelt werden. Die Internationalen werden jedoch alles daransetzen, die Truppe aus den besten Individualgolfern der Welt zum Schwanken zu bringen, und es den Europäern gleichzutun. Ein Sieg der Internationalen würde die Legitimation des Cups wiederherstellen. Das scheint jedoch einem Wunder gleichzukommen. Die Buchmacher geben den US-Amerikanern eine Quote von 1,25. Den Internationalen 4,50.
Die Teams
Die Teams beim Presidents Cup werden nach einem ähnlichen Prinzip zusammengestellt wie beim Ryder Cup. Während bei Team USA der FedEx Cup als Grundlage für die Qualifikation dient, ist es beim Internationalen Team die Weltrangliste. Die besten sechs jeder Liste qualifizieren sich automatisch für einen Platz. Die übrigen sechs Plätze bestimmen die Captains – Brandt Snedeker für die USA und Geoff Ogilvy für Team International – per Wildcard.
Team International
Das Team von Geoff Ogilvy besteht 2026 aus:
- Si Woo Kim (KOR)
- Hideki Matsuyama (JPN)
- Ryan Fox (NZL)
- Tom Kim (KOR)
- Min Woo Lee (AUS)
- Adam Scott (AUS)
- Sungjae Im (KOR)
- Nico Echavarria (COL)
- Corey Conners (CAN)
- Nick Taylor (CAN)
- Christiaan Bezuidenhout (RSA)
- Ryo Hisatsune (JPN)
Team USA
Das Team von Brandt Snedeker besteht 2026 aus:
- Scottie Scheffler
- Cameron Young
- Wyndham Clark
- Sam Burns
- Russell Henley
- Collin Morikawa
- Chris Gotterup
- Justin Thomas
- Xander Schauffele
- Patrick Cantlay
- Jackson Koivun
- Jacob Bridgeman
Das Format des Presidents Cup
Der Presidents Cup wird über vier Tage im Matchplay-Wettbewerb und über 30 Matches, ausgetragen. Anders als beim Ryder Cup beginnt der Presidents Cup bereits am Donnerstag der Turnierwoche. Das Team, das nach vier Wettkampftagen die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt den Presidents Cup.
- Donnerstag: Fünf Matches insgesamt, Four-Ball (Best Ball) oder Foursomes (Alternate Shot)
- Freitag: Fünf Matches insgesamt, Foursomes oder Four-Ball (jeweils das Gegenteil des Donnerstagsformats)
- Samstag: Acht Matches insgesamt, Four-Ball und Foursomes aufgeteilt auf Vormittag und Nachmittag
- Sonntag: Zwölf Matches insgesamt, Einzel
Wunder-Wiederholung?
Der diesjährige Austragungsort ist der Medinah Country Club in Chicago, Illinois. Fünf Major-Turniere der Herren und ein Ryder Cup (Das Wunder von Medinah) fanden hier bereits statt. Ausgespielt wird der Presidents Cup vom 24. bis 27. September 2026.
TV-Übertragung des Presidents Cup
Zum ersten Mal wird der Presidents Cup auf Magenta übertragen. Folgende Uhrzeiten sind eingeplant:
- Donnerstag ab 18:30 Uhr.
- Freitag ab 20:00 Uhr.
- Samstag ab 14:00 Uhr.
- Sonntag ab 18:00 Uhr.
