Scheinbar entwickelte sich vieles in eine vielversprechende Richtung: das Mini-Comeback bei der Indoor-Liga TGL, Gespräche um die Rolle als Ryder-Cup-Kapitän und womöglich sogar ein Auftritt beim Masters im April. Doch spätestens am vergangenen Freitag wurde der Golfwelt und allen Fans von Tiger Woods klar, dass es um die Gesundheit ihres Idols nicht gut bestellt ist: Autounfall, DUI-Anklage, möglicher Einfluss von Medikamenten. Nun äußerte sich Woods in einem Statement selbst zu den jüngsten Geschehnissen.
Am späten Dienstagabend verkündete der Amerikaner, vorerst eine Pause vom Profi-Golf und öffentlichen Auftritten einlegen zu wollen. Der 50-Jährige erklärte, sich nach seinem erneuten Unfall zunächst auf seine Gesundheit konzentrieren zu wollen und eine Behandlung zu beginnen.
„Ich verstehe die Ernsthaftigkeit der Situation, in der ich mich befinde“, teilte der 15-malige Major-Gewinner mit. „Ich werde mir eine Auszeit nehmen, um meine Gesundheit in den Fokus zu stellen. Das ist notwendig, um mein Wohlbefinden zu priorisieren und an einer nachhaltigen Erholung zu arbeiten.“
Und weiter: „Ich bin entschlossen, mir die nötige Zeit zu nehmen, um gesünder, stärker und fokussierter zurückzukehren – sowohl persönlich als auch beruflich. Ich danke für das Verständnis und die Unterstützung und bitte darum, die Privatsphäre meiner Familie, meiner Angehörigen und meiner selbst in dieser Zeit zu respektieren.“
»Ich verstehe die Ernsthaftigkeit der Situation, in der ich mich befinde.«
Tiger Woods
Auslöser ist ein Vorfall vom 27. März in Florida. Woods war am Freitagnachmittag unweit seines Wohnorts auf Jupiter Island in einen Unfall verwickelt. Nach Angaben des Martin County Sheriff’s Office überschlug sich sein Fahrzeug, nachdem er versucht hatte, einen vorausfahrenden Lkw mit hoher Geschwindigkeit zu überholen. Woods konnte das Auto eigenständig verlassen und blieb unverletzt, wirkte laut Einsatzkräften jedoch lethargisch. Bei der Vernehmung gab er an, kurz auf sein Handy geschaut und den Radiosender gewechselt zu haben.
Verdacht auf Medikamenteneinfluss
Ein Atemalkoholtest verlief unauffällig. Die Behörden stellten jedoch Hinweise auf den Einfluss von Medikamenten fest. Woods verweigerte einen Urin- sowie Bluttest. Gegen ihn wurden daraufhin mehrere Vergehen, darunter der Verdacht auf Fahren unter Einfluss (DUI), erhoben. Laut Polizeibericht stellten die Beamten fest, dass Woods gerötete, glasige Augen hatte, stark schwitzte und insgesamt einen trägen Eindruck machte. Gegenüber den Behörden gab er an, am Morgen verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen zu haben. Zudem fanden die Einsatzkräfte zwei Hydrocodon-Tabletten, ein starkes, verschreibungspflichtiges Schmerzmittel, in seiner Hosentasche.
Woods verbrachte rund acht Stunden in Gewahrsam und wurde anschließend gegen Kaution freigelassen. Er plädiert auf nicht schuldig und wird von Anwalt Douglas Duncan vertreten, der ihn bereits nach einem ähnlichen Vorfall im Jahr 2017 verteidigte.
Gesundheitliche Rückschläge
Der aktuelle Zwischenfall reiht sich in eine Reihe gesundheitlicher Rückschläge ein. Nach einem schweren Autounfall im Jahr 2021 hatte sich Woods mehreren Operationen am rechten Bein unterziehen müssen. Erst im Herbst 2025 folgte eine weitere Rückenoperation. Zuletzt hatte er im Rahmen der Indoor-Liga TGL ein vorsichtiges Comeback gegeben. Ein möglicher Start beim Masters in Augusta galt bereits zuvor als fraglich, ist nun jedoch ausgeschlossen. Sein bislang letzter Tour-Start datiert von der Open Championship 2024.
Auch abseits des Platzes legt Woods seine Aufgaben vorerst nieder. Dazu zählen unter anderem seine Rolle im Zukunftskomitee der PGA Tour sowie mögliche Rollen im Zusammenhang mit dem Ryder Cup 2027.
Die PGA Tour sicherte Woods ihre Unterstützung zu. „Tiger Woods ist eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im Sport“, erklärte Tour-CEO Brian Rolapp. „Er hat unseren vollen Respekt für diesen Schritt.“
Wie lange die Pause dauern wird, ließ Woods offen.
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