Ein Puzzleteil für den Ryder-Cup-Traum
Die Green Eagle Golf Courses wollen ihr European-Tour-Turnier zurück. Das bestätigte Besitzer Michael Blesch am Sonntag der BMW International Open 2026 gegenüber dem Golfmagazin:
„Wir wollen wieder ein Turnier auf den Green Eagle Golf Courses austragen. Leider ist uns Porsche vor ein paar Jahren als Titelsponsor abgesprungen. Deshalb versuchen wir nun, BMW zu gewinnen. Wir könnten uns auch vorstellen, dass das Turnier künftig im Wechsel mit dem GC Eichenried stattfindet. Noch lieber wäre mir allerdings, wenn es wieder zwei Turniere auf deutschem Boden gäbe.“
Da Titelsponsor BMW seinen Unternehmenssitz und seine Wurzeln in München hat, dürfte die Überzeugungsarbeit eine Herausforderung werden. Ein Abschied von München ist allerdings keineswegs beispiellos: Zwischen 1994 und 1996 wurde die BMW International Open im St. Eurach Land- und Golfclub ausgetragen. Von 2012 bis 2018 wechselte sich der heutige Austragungsort, der Golfclub München Eichenried, zudem mit dem Gut Lärchenhof bei Köln als Gastgeber ab. Ein Umzug – oder eine Erweiterung des Austragungsmodells – erscheint daher keineswegs undenkbar.
Die 38. Ausgabe der BMW International Open findet 2027 bereits Ende Mai im Golfclub München Eichenried statt.
Erst 2025 hat der Club vor den Toren Hamburgs das Amundi German Masters vom G&CC Seddiner See übernommen. „Das Damenturnier werden wir so oder so behalten“, sagte Blesch mit Blick auf die Bemühungen um ein Herrenturnier und den damit verbundenen zusätzlichen organisatorischen Aufwand für den Club.
Am Ende geht es um den Traum von Blesch, den Ryder Cup in Green Eagle auszutragen. 2035 scheint unrealistisch. Die 50. Jubiläumsausgabe dürfte die Ryder Cup Ltd. kaum nach Deutschland vergeben, zumal sich mehrere englische Anlagen in Position gebracht haben.
Umzug – Pro und Contra
BMW hat es mit einem Wechsel bzw. einem anderen Austragungsort bereits versucht. Am Ende war das Fazit nüchtern. Die Kosten waren sehr hoch, die Logistik deutlich herausfordernder, und die Resonanz von Zuschauerseite durchwachsen. BMW zog den Stecker und entschied: Die BMW Int. Open gehören nach München, und zwar nach Eichenried. Hier sind die Abläufe für den Veranstalter mit der Nähe zur Konzernzentrale deutlich einfacher. Zudem fühlen sich die Spieler in Bayern wohl und die Fans kommen. Dieses Jahr gab’s zudem einen Anstieg bei den Besucherzahlen.
Green Eagle – warum nicht? Bei der Automobilindustrie steht derzeit alles auf dem Prüfstand. Bei einer Vertragsverlängerung wird sicherlich bedacht, ob man es sich leisten kann und will. Sollte die Fortführung auf der Kippe stehen, man aber eine interessante Variante hat, ist ein Umzug nicht ausgeschlossen. Ein weiterer und wichtiger Aspekt ist die Einschätzung von Vertrieb und Marketing.
Man sollte auch nicht vergessen, dass BMW ein globaler Sponsor im Golf ist. Da gibt es sicherlich viele Gespräche mit den Oberen der DP World Tour und der Ryder Cup Europe. Ps: Guy Kinnings, der CEO der European Tour Group, war diese Woche auch in München…
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