Von 15 deutschen Starterinnen schafften zehn Spielerinnen den Cut (+3). In den Finalsonntag startete Alexandra Försterling (-10) – Gewinnerin des Amundi German Masters powered by VcG 2024 – mit einem Vorsprung von zwei Schlägen im Leaderflight, gemeinsam mit Landskollegin Chiara Noja (-8). Dahinter folgten Leonie Harm (-6), Esther Henseleit (-5), Laura Fünfstück (-3) sowie weitere Top-Ten-Spielerinnen. Eine beeindruckende Bilanz der deutschen LET-Spielerinnen.
Amundi German Masters 2026: Spannung bis zum 18. Grün
Da sich so viele Deutsche an der Spitze des Leaderboards platziert hatten, standen die Chancen auf einen Heimsieg gut. Doch die im fünftletzten Flight spielende Südafrikanerin Casandra Alexander schien zwischenzeitlich den deutschen Triumph zu gefährden. Der Zweiten der Order of Merit gelang mit 67 Schlägen (-6) die beste Runde des Tages, die ihr zwischenzeitlich die Führung einbrachte.
Doch auch Leonie Harm verstand es, das »Green Monster« und die wechselnden Winde zu lesen. Ab Bahn 8 spielte sie ausschließlich Birdies oder Pars – einschließlich des turnierentscheidenden Birdie-Birdie-Finishs auf den Bahnen 17 und 18 vor jubelnder Zuschauerkulisse.
Siegerin Leonie Harm: »Eine fantastische Bühne«
Nach dem gelochten Putt konnte die Schwäbin selbst kaum glauben, dass dies bereits der entscheidende Schlag gewesen war – schließlich befand sich noch ein Flight auf dem Platz. Ihr Caddie Tobias Bieri zeigte sich sichtlich bewegt und kämpfte mit den Tränen. »Danke Tobi, du hast mich über den Golfplatz getragen«, sagte Harm direkt nach der Scorekartenunterzeichnung
Auch Leonies Vater, Hans-Dieter Harm, hatte seine Tochter aus der zweiten Reihe begleitet und unterstützt. »Ich freue mich so sehr für sie – vor allem, nachdem sie noch vor zwei Jahren so gehadert hatte«, sagte er, während Tour und Event-Ausrichter U.COM die Siegerfotos aufnahmen.
»Ich bin gerade ein bisschen emotional überfordert«, verriet Leonie Harm direkt nach ihrem Triumph. »Es freut mich riesig, dass ich es hier in Deutschland über die Linie gebracht habe, nachdem ich 2022 schon einmal sehr nah dran war – und das vor diesen Zuschauern, die es am Sonntag alle hier auf die Anlage geschafft haben, macht es zu einem ganz besonderen Gefühl. Ich freue mich wirklich sehr, dass es gerade bei diesem wundervollen Turnier in Deutschland geklappt hat.«
Harms erster Sieg nach 97 LET-Starts
Es ist der vorläufige Höhepunkt einer beeindruckenden Karriere von Leonie Harm, die als 15-Jährige nach einem schweren Unfall um ihr Leben kämpfte und später zu einer der besten deutschen Golferinnen ihrer Generation aufstieg. »Es war ein großartiges Turnier, eine fantastische Bühne«, sagte die 28-Jährige nach ihrem ersten LET-Sieg, auf den sie 97 Starts warten musste. Es ist zugleich der zweite Triumph einer deutschen Golferin beim Amundi German Masters powered by VcG nach Alexandra Försterling im Jahr 2024.
Platz 3 für Alexandra Försterling
Alexandra Försterling kämpft sich auf Platz 3 zurück
In die Finalrunde war Alexandra Försterling zwar als Führende gestartet, doch ein Triple-Bogey an Bahn 1 kostete sie früh den Vorsprung von zwei Schlägen. An der vorletzten Bahn kam ein Ball ins Wasser hinzu. Am Ende steht ein starker dritter Rang bei sieben unter Par.
»Es lief heute ziemlich unglücklich. Ich hatte sehr viel Pech, vor allem direkt auf der 1. So etwas habe ich selten erlebt. Dadurch lag ich nach dem ersten Loch direkt drei Schläge über Par und musste das erst einmal wieder aufholen«, erklärte Försterling. »Insgesamt habe ich es aber eigentlich noch ganz ordentlich gemacht. Natürlich bin ich mit dem geteilten dritten Platz zufrieden, aber es fühlt sich trotzdem ein bisschen so an, als wäre mehr drin gewesen.«
Positiv war in jedem Fall die Unterstützung der Zuschauer. »Es war schön zu sehen, wie viele Leute da waren und mich angefeuert haben«, ergänzte die Gewinnerin der Berliner Ausgabe 2024 im GLC Seddiner See. »Dafür bin ich sehr dankbar. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr noch mehr werden.«
»Wir haben etwas Besonderes geschaffen« – Pläne für die Zukunft laufen
Auch Event-Turnierdirektor Dirk Glittenberg (U:COM) zeigte sich sehr zufrieden: »Wir haben hier etwas Besonderes geschaffen, das wir alle gemeinsam weiterentwickeln wollen.« An den Planungen für die kommenden Jahre wird bereits gearbeitet – unter anderem sind Umbauten hinter dem 18. Grün vorgesehen. Mit dem Amundi German Masters powered by VcG geht es also weiter – »idealerweise über das Jahr 2027 hinaus«, sagte Dirk Glittenberg (U.COM). Und im kommenden Jahr hoffentlich zu einem günstigeren Termin. In diesem Jahr erschwerten konkurrierende Veranstaltungen wie das erste DGL-Wochenende, der letzte Bundesliga-Spieltag, das Derby und Tennis im Rothenbaum in Hamburg sowie ein verlängertes Wochenende inklusive Schulferien in der Region die Planung.
Dennoch kamen zahlreiche Zuschauer. Und auch die treuen 150 Volunteers trotzten der Kälte und planen bereits, im nächsten Jahr wieder zu unterstützen.
